Visionen von Linken und GewerkschafterInnen

Hat der Sozialstaat Zukunft?

Referenten
Bernd Fritze (HBV-Vors. M/V)
Heidi Knake-Werner (PDS-MdB)
Martine Bunge (Sozialministerin M/V)
Harald Werner (PDS-PV)
Winfried Wolf (PDS-MdB)

Themen

  • Ein Erfolgsmodell läuft aus - Folgen des Sozialabbaus für die Politik der Gewerkschaften
  • Eigenverantwortung kontra soziale Sicherheit - alte Ideologien in der neuen Sozialdemokratie
  • Ohne soziale Bindungskräfte keine gesellschaftliche Solidarität mehr?
  • Der Sozialstaat - ein Globalisierungsopfer?
  • Alternativen zum nationalen Wettbewerbsstaat
 

8./9. Juni 2001
Hamburger GEW-Räume im Curio-Haus
Rothenbaumchaussee 15, 20148 Hamburg

Warum diese Konferenz?
Nicht zuletzt die "Drückeberger"-Kampagne des sozialdemokratischen Kanzlers Schröder macht deutlich, daß der Kampf gegen den Abbau sozialstaatlicher Prinzipien und Leistungen nicht mehr nach dem alt bewährten politischen Schema: "Hier die Verteidiger des Sozialstaats - die Sozialdemokratie; dort seine konservativen und liberalen Gegner" funktioniert.
Mit dem "Abschied der SPD von der Arbeiterbewegung" (Bodo Zeuner) verläuft die Frontlinie der Auseinandersetzung um den Sozialstaat als einer "historischen und zivilisatorischen Errungenschaft der europäischen Arbeiterbewegung" (Bourdieu) unvermeidlich auch gegen die "neue Sozialdemokratie" und ihre neoliberale Politik ("neue Mitte"), die sich von der Idee der sozialen Gerechtigkeit endgültig verabschiedet hat und stattdessen für ein "gewisses Maß an sozialer Ungleichheit" (Clement) optiert. Was angesichts solch "gewendeter" Zeiten und Verhältnisse zu tun ist und welche Alternativen und Visionen diesen Kampf beflügeln können - darüber wollen sich die Referenten und Teilnehmer dieser "Nordkonferenz" aus den drei norddeutschen Bundesländern Gedanken machen.

Eine Vision vom Sozialstaat:
"Eine Gesellschaft der Freiheit, der Gleichheit, der Brüderlichkeit..., deren höchstes Ziel es sein wird, die Arbeit so zu organisieren, dass jeder Mensch menschenwürdig leben kann und in der die Menschen allesamt in vollem Maße ihrer Fähigkeiten und Neigungen an den Errungenschaften der Kunst, Wissenschaft, überhaupt der Kultur teilnehmen können."
Wilhelm Liebknecht im Juli 1900 im Deutschen Reichstag


Einstiegsreferate

Freitag, 8. Juni 2001, 18 Uhr

Gewerkschaft:
Bernd Fritze (HBV-Landesvorsitzender M/V) als Vertreter des DGB-Landesbezirks Nord:
Ein Erfolgsmodell läuft aus - Folgen des Sozialabbaus für die Politik der Gewerkschaften

  • Der Zusammenhang von Sozialstaat und Gewerkschaft
  • Schwächung der Gewerkschaften
  • Was soll mit den Schwachen der Gesellschaft passieren?
  • Was heißt "Solidarität" heute? Was geschieht mit den Schwachen der Gesellschaft?
  • Nach der Rente nun die Krankenversicherung privatisieren?
  • Gehört zur sozialen Gerechtigkeit auch soziale Ungerechtigkeit?
  • Visionen für einen modernen Sozialstaat aus Gewerkschaftssicht

Politik:
Heidi Knake-Werner (Parlamentarischer Geschäftsführerin PDS-Bundestagsfraktion):
Eigenverantwortung kontra soziale Sicherheit - alte Ideologien in der neuen Sozialdemokratie

  • Die Notwendigkeit sozialer Sicherheit für Individualität und Eigenverantwortung
  • Umwertung der Werte i n der neuen Sozialdemokratie
  • Perspektiven des Sozialstaats in der SPD

Moderation: Sabine Wils (Landessprecherin AG b&g Hamburg), Monty Schädel (MdL, Landessprecher AG b&g M/V)

Samstag, 9. Juni 2001, 9 Uhr

Soziales:
Dr . Harald Werner , Mitglied des PDS-Parteivorstands (Berlin):
Ohne soziale Bindungskräfte keine gesellschaftliche Solidarität mehr?

  • Ursachen für das Nachlassen sozialer Bindungskräfte
  • Frauen und Alleinerziehende als Beispiel der Ausgrenzung
  • Alternativen jenseits von Sozialbürokratie und Privatisierung

Ökonomie:
Dr. Winfried Wolf (MdB):
Der Sozialstaat als Globalisierungsopfer?

  • Wahrheit und Ideologie der Globalisierung
  • Sozialabbau und Weltmarktstrategie
  • Wie der Sozialabbau die Produktivkraft Mensch vernichtet

Moderation: Hermann Ziegenbein (Hamburg), Peter Stange (Rendsburg)

 

"Die Rahmenbedingungen für gewerkschaftliche Interessenvertretung haben sich gegenüber der Phase des 'goldenden Zeitalter des Kapitalismus' dramatisch verändert... Die Gewerkschaften müssen sich diesen neuen Gegebenheiten und Kräfteverhältnissen anpassen, wenn sie nicht zu zahnlosen Tigern werden, sondern weiterhin eine wichtige Rolle bei Verteidigung und Ausbau der Position der abhängig Beschäftigten spielen wollen"
(Margret Mönig-Raane)


Arbeitsgruppen ab 13 Uhr

Alternativen zum nationalen Wettbewerbsstaat

1. Wer soll das alles ändern?
Wo sind die Akteure der Veränderung / Stärken und Schwächen der Gewerkschaften / Neue Formen der gewerkschaftlichen Arbeit etc.

Impulsbeiträge:
Harry Hacker, ÖTV-Sekretär Lübeck
Georg Wißmeier, Hamburg, Campaigner (HBV)
Bernd Fritz, HBV-Landesvorsitzender

Moderation: Gerald Kemski (Hamburg), Brigitte Gehrcke (Kiel)


2. Ist das Gesundheitswesen noch zu heilen?
Privatisierung - Tarifflucht - Gesundheitsstrukturgesetz

Impulsbeiträge:
Katharina Ries-Heidtke, Hamburg, GPR-Vorsitzende LBK
Andreas Bergemann, ÖTV-Gewerkschaftssekretär, Lübeck
Martina Bunge, Sozialministerin Mecklenburg/Vorpommern (PDS)

Moderation: Christine Detemble-Voss (Hamburg)


3. Was kommt nach der tot gesagt en Arbeitsgesellschaft ?
Ist die Arbeitsgesellschaft wirklich am Ende / Illusionen: Ehrenamt, Bürgerarbeit etc. / ÖBS und andere Alternativen / GAP in MeckPomm

Impulsbeiträge:
Barbara Borchardt, PDS-MdL M/V
Hartmut Obens (Hamburg)
Michael Hartwig (Hamburg)

Moderation: Barbara Borchardt (MdL M/V), Kerstin Heinzel (Stralsund)


4. Soziale Arbeit im 21. Jahrhundert
Soziale Verwüstungen in den Trabantenstädten / Hilfslosigkeit der SozialarbeiterInnen / neue Formen der Sozialarbeit / Bezug zu Hamburg und Nordregion

Impulsbeiträge:
Verena Brachvogel (Hamburg)
Stefanie Katz (Regenbogen-Hamburg)
Björn Richter ( DPG-Jugend, ehem. Mitglied Landesjugendring M/V)
Ulli Podzuweit (Hamburg), Soziologe

Moderation: Anke Schmitt (Hamburg), Dirk Prösdorf (Hamburg)

 

"Die Arbeitsgesellschaft in der von den Produktions- und Verwertungsregeln des Kapitals geprägten Form aufrechtzuerhalten und fortzuschreiben wird immer kostspieliger, am Ende unbezahlbar... Aber die Alternative zum System bürgerlicher Erwerbsarbeit, das sich in einem schmerzlichen Prozeß von fünfhundert Jahren, mit eigentümlichen Berufsethiken und vielfachen Bedürfnissen nach gegenständlicher Tätigkeit, herausgebildet hat, ist nicht der illusionäre Idealismus der Aufhebung der Arbeit, sondern der Kampf um die Vervielfältigung und Erweiterung gesellschaftlich anerkannter Formen der Arbeit, die der Eigenproduktion und der Selbstverwirklichung dienen."
(Oskar Negt)


Die Arbeits- konferenz wird veran- staltet von:

  PDS-Bundestagsfraktion,
PDS-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern,
PDS AG Betrieb & Gewerkschaft Hamburg,
PDS AG Betrieb & Gewerkschaft Schleswig-Holstein,
PDS AG Betrieb & Gewerkschaft Mecklenburg-Vorpommern

Die GEW-Räume im Curio-Haus befinden sich in unmittelbarer Nähe 
des S- und Fernbahnhofs Hamburg-Dammtor sowie 
der U-Bahn Station Stephansplatz, 
Bus-Linie 102 bis Dammtor
Übersichtsplan


Anmeldung

TeilnehmerInnenbeitrag: DM 5.-

Hiermit melde ich mich für die Konferenz "Hat der Sozialstaat Zukunft?"
Am 8./9. Juni 2001 in Hamburg an:

Name:
Strasse, Hausnummer:
PLZ, Ort:
E-Mail-Adresse:


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