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Moderner Kapitalismus -
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Während die Aktienkurse märchenhafte Renditen bescheren und der Kapitalismus erstmals in seiner Geschichte zum globalen System
aufstieg, verfestigt sich die weltweite Massenarbeitslosigkeit und die Finanzspekulationen stürzen ganze Länder in den Bankrott.
Zwischen den Gipfeln märchenhaften Reichtums breiten sich Zonen sozialer Verwüstung aus. Ist dies der altgewohnte Kapitalismus
oder sind wir Zeugen eines tiefen Bruchs mit allem, was wir bisher zu wissen glaubten? Zwischen Entsetzen und Resignation stellt
sich die Frage was uns näher ist, eine Etappe neuer kapitalistischer Prosperität oder zunehmender Barbarei.
Elmar Altvater, Hochschullehrer
Das Jahrhundert der Arbeiterbewegung brachte große Siege und endete mit schleichender Auszehrung. Haben sich die Gewerkschaften
überlebt oder sind sie nur unfähig zur Erneuerung? Was hat sich in den Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit so grundlegend
verändert, dass die Gewerkschaften nicht nur Mitglieder, sondern auch Macht und Gestaltungsfähigkeit verloren haben? Gibt es
Alternativen oder verschwindet der Interessengegensatz zwischen Arbeit und Kapital in der Kultur der neuen Selbständigkeit,
der zunehmenden Individualisierung und dem Wandel der Beschäftigten zu UnternehmerInnen ihrer eigenen Arbeitskraft?
Margret Mönig-Raane, Vorsitzende der HBV
Es gibt keine Alternative sagen nach den Neoliberalen nun auch die sozialdemokratischen Modernisierer und stellen alles zur Disposition,
was die Gewerkschaften erkämpft haben: Eine solidarische Tarifpolitik, den Flächentarifvertrag und auch
produktivitätsgerechte Lohnerhöhungen. Wie tauglich sind die gewerkschaftlichen Instrumente und Kampfformen vor dem Hintergrund
der alltäglich beschworenen Globalisierung? Welchen Veränderungen sind unausweichlich, wo sind die Auffanglinien gegen das
Herunterkonkurrieren von Löhnen oder sozialen Standards und wie steht es mit der Autonomie der Gewerkschaften, nach dem Abschied der
SPD von ihrer Rolle als politischer Arm der Arbeiterbewegung?
Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der NGG - Hamburg
Helmut Schauer, IG Metall Vorstand - Frankfurt/M
Hildegard Maaß, DGB Kreisvorsitzende - Fulda
Ulla Lötzer, MdB PDS, HBV - Köln
Moderation: Sabine Leidig, DGB-Kreisvorsitzende - Karlsruhe,
Jochen Dürr MAV, ÖTV - Schwäbisch Hall
Die moderne Betriebsweise und die neuen Unternehmenskulturen haben nicht nur eine neue Arbeitswirklichkeit geschaffen, sondern auch die
Bedürfnisse der Beschäftigten verändert. Flache Hierarchien und eigenverantwortliche Gruppenarbeit scheinen im Gegensatz
zu den Organisationsprinzipien der Gewerkschaften zu stehen und ihre Durchsetzungsfähigkeit zu schwächen. Sind die Gewerkschaften
den neuen Anforderungen gewachsen oder werden sie von der Entwicklung überrollt? Was erwarten insbesondere junge Beschäftigte noch
von Gewerkschaft und Betriebsrat? Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Auseinandersetzung um die Novellierung des
Betriebsverfassungsgesetzes eine neue Qualität. Wird es zu mehr Mitbestimmung führen oder zur Verbetrieblichung der Tarifpolitik
und zur Integration der Betriebsräte in die Standortpolitik?
Ewald Wehner, ehem. Geschäftsführendes Vorstandsmitglied DPG
Micha Heilmann, Referatsleiter Arbeitsrecht, NGG Hauptverwaltung
Mag Wompel, Labour Net
Heidi Pomerenke, Gewerkschaftssekretärin ÖTV - Stuttgart
Moderation : Sabine Wils, Personalratsvorsitzende ÖTV - Hamburg,
Gerald Kemski, Sprecher der AG Betrieb & Gewerkschaft der PDS, VL-Sprecher ÖTV - Hamburg
Flexible Arbeitszeiten sind für die Mehrheit der Beschäftigten längst schon Realität geworden. Samstags- und selbst
Sonntagsarbeit dehnt sich aus und immer mehr Unternehmen werfen die Stempeluhren auf den Schrott um sie durch sogenannte
Vertrauensarbeitszeit zu ersetzen. Die Zahl der Überstunden steigt, noch stärker aber der Umfang unbezahlter Mehrarbeit.
Während in Frankreich die gesetzliche 35-Stunden-Woche eingeführt wird, lässt das deutsche Arbeitszeitgesetz immer noch 60
Stunden in der Woche zu. Unter dem Druck der neuen Produktionskonzepte schmilzt der Normalarbeitstag dahin und die gewerkschaftliche
Forderung nach Arbeitszeitverkürzung scheint nicht mehr in die wirtschaftliche Landschaft zu passen. Welche Perspektiven hat eine neue
Arbeitszeitpolitik, wie lässt sich mehr Zeitsouveränität durchsetzen und der Arbeit wieder ein Maß geben?
Klaus Pickshaus, IG Metall, Vorstand
Edeltraut Rogeé, HBV Landesvorsitzende Sachsen-Anhalt, MdL PDS
Steffen Lehndorff, Institut für Arbeit und Technik - Gelsenkirchen (angefr.)
Heidi Knake-Werner, MdB stellv. Fraktionsvorsitzende PDS, ÖTV
Moderation : Monika Schlüter, HBV-Gewerkschaftsausschuß - Halberstadt,
Achim Meyer-Heithuis, Gewerkschaftssekretär, NGG - Landesbezirk Hannover